Geschichtliches

Die Zwickauer Schumann-Tradition reicht bis weit ins 19. Jahrhundert zurück. Am ersten, bürgerschaftlich organisierten Schumann-Fest von 1847 waren Robert und Clara Schumann selbst beteiligt. Zum nächsten Fest 1860 wurde Schumanns Geburtshaus am Hauptmarkt mit einer Gedenkplakette geschmückt. In den 1880er Jahren bildete sich ein Verein für ein Schumann-Denkmal, das dann 1901 ebenfalls mit einem Musikfest eingeweiht werden konnte. 1910 zu Schumanns 100. Geburtstag wurde die Sammlung für ein Schumann-Museum begründet; es fand 1914 sein erstes Domizil im Städtischen (König-Albert-)Museum. 1920 schließlich wurde die erste Schumann-Gesellschaft gegründet, die allerdings 1943 unter dem Namen Deutsche Schumann-Gesellschaft ideologisch umfunktioniert wurde und 1945 mit dem „Dritten Reich“ sang- und klanglos unterging. Ein gutgemeinter Wiederbeginn der Arbeit im Rahmen des Kulturbundes (1949–1951) scheiterte an administrativen Hürden der DDR. Wenige Jahre später gründete sich aber die Gesellschaft neu und nunmehr dauerhaft.

Im Vorfeld des I. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbes und des großen, noch gesamtdeutschen Schumann-Festes von 1956, die fast zeitgleich in Berlin und Zwickau stattfanden, war der Dirigent Hermann Abendroth (1883–1956) um den Vorsitz der neu zu gründenden Gesellschaft gebeten worden und hatte sich zur Übernahme des Amtes bereiterklärt. Infolge seines Ablebens im Mai 1956 verzögerte sich der Gründungstermin. Inzwischen war im Juli 1956 das Robert-Schumann-Haus als Forschungs- und Gedenkstätte sowie als Ort der Musikpflege im umgebauten Geburtshaus Schumanns etabliert worden. An Abendroths Stelle als Präsident der Schumann-Gesellschaft trat bis 1976 der Dresdner Musikwissenschaftler Karl Laux (1896–1978), der bereits in der „alten“ Schumann-Gesellschaft als Schriftführer tätig gewesen war. Bis zu seinem Tode im Juni 1978 blieb er Ehrenpräsident. Zu den wichtigsten Aktivitäten der Schumann-Gesellschaft in diesen Jahren zählte die Ausrichtung von jährlichen Schumann-Musiktagen und die Mitgestaltung der seit 1963 in Zwickau beheimateten Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbe für Klavier und Gesang.

Zu den Negativpunkten während der DDR-Ära muss die staatlich verordnete Abgrenzung von den Schumann-Freunden in Westdeutschland – die sich seit 1956 in der Frankfurter „Tochtergesellschaft“, später auch in der Düsseldorfer Gesellschaft zusammenfanden – gezählt werden, die letztlich die Zwickauer Gesellschaft zwangsweise zu einer reinen DDR-Vereinigung machte. Dass trotzdem die Atmosphäre der Zwickauer Musikfeste und -wettbewerbe eine weltoffene und freundlich-aufgeschlossene blieb, wurde von allen Besuchern dieser Ereignisse dankbar gewürdigt.

Karl Laux' Nachfolger als Präsident wurde der Pianist und Berliner Hochschulrektor Dieter Zechlin (1926–2012), der u.a. als Juryvorsitzender bei mehreren Schumann-Wettbewerben wirkte. Ihm folgte 1990 mit Martin Schoppe (1936–1998) eine Persönlichkeit im Vorsitz, die als Direktor des Robert-Schumann-Hauses und langjähriger künstlerischer Leiter der Schumann-Wettbewerbe die Zwickauer Schumann-Pflege maßgeblich mitgeprägt hat. Weiterhin übernahmen den Vorsitz Helmut Loos (*1950), Albrecht Hofmann (*1939) und bis 2012 der jetzige Ehrenvorsitzende Gerd Nauhaus (*1942).

Seitdem ist der Leipziger Pianist und Hochschullehrer Dietmar Nawroth Vorsitzender der Gesellschaft. Dem Vorstand gehören satzungsgemäß der Oberbürgermeister bzw. die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau und der Leiter des Robert-Schumann-Hauses sowie weitere Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens an.