Robert-Schumann-Denkmal

Seit 1901 besitzt die Robert-Schumann-Stadt Zwickau ein Denkmal ihres berühmten Sohnes. Die Vorberei-
tungen für das Kunstwerk hatten jedoch schon 16 Jahre früher begonnen und nicht immer befand es sich an
seinem heutigen Standort auf dem Hauptmarkt im Herzen der Stadt.

 

Bereits 1885 hatte sich ein Komitee zur Errichtung eines würdi-
gen Denkmals für den „größten Sohn“ der Stadt gebildet. Sein
Vorsitzender, ein Professor Schnorr, wandte sich brieflich an
Clara Schumann, um sie über das Vorhaben zu informieren,
wobei er als möglichen Termin einer Denkmalseinweihung den
100. Geburtstag des Meisters 1910 nannte. In einem heute im
Archiv des Schumann-Hauses aufbewahrten Brief drückte Clara
ihre Freude über die Mitteilung aus und äußerte dann: „Gele-
gentlich theilen Sie mir wohl einmal mit in welcher Art das
Denkmal ausgeführt werden soll? ob Büste, Relief oder ganze
Figur? im Bezug auf Erstere erlaube ich mir Ihnen mitzutheilen
daß es keine einzige gelungene giebt, u. von Reliefs nur die
von Rietschel u. Donndorf. Leider ist alles Andere gänzlich
mißlungen zum Theil unkenntlich.“ Das Relief von Adolf
Donndorf, gegen das Clara Schumann seinerzeit auch kritische
Bedenken erhoben hatte, befand sich am Grabdenkmal in

Feierliche Enthüllung des Denkmals an seinem heutigen Standort auf dem Hauptmarkt Zwickaus 1993

Bonn. Bezüglich des Rietschel- Reliefs (ursprünglich ein „nach dem Leben“ gefertigtes Doppelporträt des
Künstlerpaars aus dem Jahre 1846) war Clara wohl entfallen, dass man bereits 1860 eine vergrößerte Replik
des Schumann-Kopfes daraus am Zwickauer Geburtshaus angebracht hatte.

 

Nicht erst nach der Jahrhundertwende, sondern bereits Ende
der 1890er Jahre war das Geld für das Denkmal, immerhin
35.000 Mark, gesammelt, und man schrieb einen Wettbewerb
aus, dessen Sieger im zweiten Anlauf der Rietschel-Enkel-
schüler Johannes Hartmann (1869-1952) wurde. Sein Entwurf
hob sich vorteilhaft von den romantisierenden und teils
schlicht kitschigen übrigen Modellen ab, indem er Schumann
quasi realistisch auf seinem Arbeitsstuhl sitzend, wenn auch
etwas verträumten Blickes (in Richtung auf das Gewandhaus)
darstellte. Zwar nicht programmgemäß zum 90. Geburtstag
Schumanns, aber doch schon 1901 (Clara Schumann war
allerdings bereits fünf Jahre zuvor gestorben) konnte die Den-
kmalsweihe im Rahmen eines größeren Schumann-Festes mit
noch weiteren Konzerten stattfinden. An der Feierstunde nah-
men die Schumann-Töchter Marie, Elise (Sommerhoff) und
Eugenie, mehrere Enkel sowie einige der ältesten Freunde des
Komponisten wie Joseph Joachim und Carl Reinecke teil. Letz-
terer, langjähriger Gewandhauskapellmeister in Leipzig und
selbst ein namhafter und produktiver Komponist, hatte eine

Kranzniederlegung zum Gedenken an den großen Komponisten

eigene Festhymne beigesteuert, die unter seiner Leitung aufgeführt wurde. Ferner erklang Schumanns
Festouvertüre mit Gesang über das Rheinweinlied op. 123.

Das Denkmal erlebte dann mehrere „Umzüge“. 1938 wurde es auf den Regierungsplatz (nunmehr Robert-
Schumann-Platz) hinter dem Kornmarkt und 1947 in die Schwanenteichanlagen versetzt. Auf Vorschlag der
Robert-Schumann-Gesellschaft und einstimmigen Beschluss des Stadtrats im Juni 1993 erhielt das Denkmal
seinen ursprünglichen Standort, den es auch im Zuge der Neugestaltung des Hauptmarktes 2000
behaupten konnte.