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21.08.2017 – Ein „Neujahrskonzert“ im September – die 11. Schumann-Gala
Karten ab 29. August erhältlich
Am Freitag, dem 29. September findet - mittlerweile zum elften Mal - die Schumann-Gala statt. Es erklingt das Programm des Neujahreskonzertes von 1857, bei dem Clara Schumann als Solistin mitwirkte und bei dem Werke unter anderem von Bach, Beethoven, Mozart und Bellini sowie Robert Schumanns 4. Symphonie op. 120 aufgeführt wurden. Nun wird das Konzert unter Leitung des neuen Generalmusikdirektors Leo Siberski vom Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau und Musikern der PhilKon-Akademie gestaltet. Solistinnen sind Sonia Achkar, Klavier, und Julia Ebert, Sopran. Karten für die Veranstaltung, die um 19.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses beginnt, sind ab 29. August im Vorverkauf an der Theaterkasse und im Robert-Schumann-Haus für 23 Euro erhältlich. Restkarten können zum Preis von 25 Euro an der Abendkasse erworben werden.  
 
Das Programm des ursprünglichen Konzertes befindet sich in der im Robert-Schumann-Haus aufbewahrten Programmsammlung. Nicht einmal ein halbes Jahr vor dem Auftritt am 1. Januar 1857 im Gewandhaus Leipzig war der Mann Claras, Robert Schumann, verstorben. Seit Oktober konzertierte die Mutter von nunmehr sieben Kindern (der Sohn Emil starb im Juni 1847 im Alter von 16 Monaten) auch notgedrungen fast ununterbrochen, um für den Unterhalt der Familie aufkommen zu können. Sie wollte die Familie selbst ernähren und wies Hilfsangebote finanzieller Art aus dem Freundeskreis ab.  
 
Ende Dezember 1856 reiste sie nach Leipzig, um hier mehrere Konzerte zu geben. Das 11. Abonnementkonzert am 1. Januar 1857 unter der Leitung von Julius Rietz war das erste ihrer Konzerte, die sie zu Beginn des Jahres 1857 in Leipzig gab. Es wurde in den Musikzeitschriften der damaligen Zeit mit viel Lob bedacht. So heißt es in den Signalen für die musikalische Welt: „Es ist nun heuer das zweite Mal, daß man von der Sitte abgewichen ist, dem Neujahrs-Concert durch geistliche Musikaufführungen ein fest- und feiertäglichen Ansehen zu geben, denn Clara Schumann spielte. […] So wie von ihr Mozarts Clavierconcert wiedergegeben wurde, wirkt es immer noch zauberkräftig und schlägt noch so manche moderne Bravour-Piece. […] Wie Frau Schumann Beethoven auffaßt und spielt, mit welcher psychischen und physischen Energie sie den Intentionen des Ton-Giganten Folge leistet, davon gab uns der Vortrag der interessanten und sehr schweren Beethoven’schen Variationen das schlagendste und glänzendste Beispiel“.  
 
Clara Schumann selbst notierte über das Konzert in ihrem Tagebuch: „Heute abend spielte ich im Abonnement-Concert Mozarts d-moll Concert zum ersten Male in meinem Leben und Beethovens Eroica-Variationen. Ich war in furchtbarer innerer Erregung! Als mich das Publicum mit so großer Herzlichkeit empfing, war es mir, als klage ein jedes Herz mit mir und ich müsse wieder einem Jeden mein Leid klagen … Ich spielte sehr gut […]. Die Eroica-Variationen erregten einen Beifallsturm, wie ich ihn selten erlebt. Großen Genuß hatte ich durch Roberts 4te Symphonie, die vortrefflich ging, und Suite von Bach in D-dur, die Rietz mir zur Überraschung gewählt, da ich vorm Jahr hin ihm den Wunsch ausgesprochen, sie einmal zu hören.“  
 
Die Schumann-Gala, in der stets das Programm eines historischen Konzertes mit Werken Schumanns aufgeführt wird, wurde 2007 zum 160. Jubiläum des ersten Zwickauer Schumann-Festes 1847 ins Leben gerufen und ist inzwischen zu einer Tradition in der Geburtsstadt Robert Schumanns geworden. Die elfte Auflage findet erneut in bewährter Kooperation zwischen dem Theater Plauen-Zwickau und der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau statt.  
Ansprechpartner
Robert-Schumann-Haus
E-Mail: schumannhaus@zwickau.de (*)
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Sonia Achkar ist eine der Solistinnen der diesjährigen Schumann-Gala (Foto: Gürel Sahin)
 
 

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