Gewandhaus Zwickau

Das 1522 bis 1525 erbaute Gewandhaus war Zunft- und Handelshaus der Tuchmacherinnung. Daran erinnert
die "Brille" in der Spitze der spätgotischen Giebelfassade. Am Hauptmarkt, direkt neben dem Rathaus gele-
gen, beherbergt dieses Kleinod heute die Zwickauer Hauptspielstätte des Theater Plauen-Zwickau. Eröffnet
wurde es 1823 mit der Oper "Der Freischütz", von der der damals 13-jährige Robert Schumann begeistert
gewesen sein soll.

 

Als Zunfthaus der Tuchmacher wurde das Gewandhaus währ-
end der Blütezeit der Zwickauer Tuchmacherei für ihre Tuch-
schauen an der Stelle eines abgebrochenen älteren Kauf- und
Gewandhauses errichtet. Die Viermeister der Tuchmacher-In-
nung prüften hier die von den Zwickauer Tuchmachern gefer-
tigten Stoffe. Im Erdgeschoss waren unter anderem die Fleisch- und Brotbänke untergebracht, später auch die Stadtwache. Im
ersten Stock befand sich ein großer Saal, der zu Jahrmärkten
den Tuchmachern, Kürschnern, Schuhmachern und anderen
Handwerkern als Verkaufsraum diente. Bei schlechtem Wetter
wurde er aber auch als Exerzierlokal der Garnision und sogar
als als Lazarett in Kriegszeiten genutzt.

1812 wurde dieser große Saal durch Zwischenwände in zwei
Säle und mehrere Nebenräume unterteilt. Im größeren vor-
deren wurde 1823 das "Theater auf dem Gewandhaus" fertig.
Dieses Theater war jedoch nicht mehr als ein Provisorium.
Nachdem Baupläne für ein völlig neues Theatergebäude am
Geld scheiterten, wurde im Sommer 1855 schließlich ein Thea-
ter in die Längsachse des Gewandhauses gebaut, welches am
13. November die Gesellschaft des Hermann Meinhardt mit der
Oper "Die weiße Dame" von Boieldieu eröffnete.

Gewandhaus Zwickau - Vorderansicht

 

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dieser in vieler Hinsicht unzulängliche Theaterraum nun immer
wieder renoviert und umgebaut. Gleichzeitig wurden beträchtliche Mittel für die Errichtung eines neuen
Theatergebäudes gesammelt. Alle diesbezüglichen Pläne scheiterten jedoch am Ausbruch des 1. Weltkrieges
und an der Inflation. Zwickau überstand den 2. Weltkrieg ohne erhebliche Zerstörungen und auch das
Gewandhaus blieb unbeschädigt. Dennoch erwies sich der Bau und seine Ausstattung als wieder einmal nicht
im mindesten ausreichend für die Bedürfnisse ihrer Bürger.

 

In den folgenden Jahrzehnten konnte mit vielfältigen Initiativen
das Zwickauer Gewandhaus in einem vorher nicht für möglich
gehaltenen Umfang erneuert und erweitert werden. So wurde
1953 das gänzlich veraltete Bühnenhaus abgerissen und wieder
aufgebaut. Der Charakter des unter Denkmalschutz stehenden
historischen Gebäudes wurde gewahrt, nun aber entstanden
erstmals Räume für das Personal mit Dusch- und Waschgele-
genheiten.

In den 90er Jahren standen erneut grundlegende Erneuerun-
gen aufgrund von Asbestbelastung, aber auch durch gewach-
sene technische Anforderungen an. Am 18. Oktober 1997
wurde das in seinem Inneren grundlegend umgestaltete
Gewandhaus mit der zeitgenössischen Oper "Der Idiot" von
Karl Ottomar Treibmann zum bisher letzten Mal wiedereröffnet.

"Der Rose Pilgerfahrt" Uraufführung

 

Im Jahr 2000 gehen die beiden Theater Plauen und Zwickau eine ökonomisch notwendig gewordene Fusion ein. Das neue THEATER PLAUEN-ZWICKAU möchte mit seinen erweiterten Ensembles im Musiktheater, Schauspiel und Ballett, mit seinem Orchester und mit seinem Puppentheater die Zuschauer in beiden Städten in die Welt des Theaters entführen. Und übrigens: Das „Haus“ pflegt nicht nur in seinen Aufführungen das Erbe Robert Schumann, es beherbergt auch einen Preisträger. 1967 wurde das Philharmonische Orchester des Theaters mit dem Robert-Schumann-Preis ausgezeichnet.

Internet: http://www.theater-plauen-zwickau.de